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Live Kompostieren

Woche für Woche (Stand: Wochen 1-21 )

In diesem Blog zeigen wir euch, wie wir den WormUp HOME betreiben. Wir möchten euch damit einige Eindrücke vermitteln, wie der Prozess aussehen kann. Bilder vor und nach der wöchentlichen Fütterung geben einen Eindruck wie schnell unterschiedliches Futter abgebaut wird.

Tag 1: Ansetzen (1. Woche / 19. Mai 2017

Ich setze den Komposter gemäss unserer Anleitung an. Die Würmer sind im Komposter, die ersten 300gr. Futter beigegeben, mit den Gittern warte ich noch. Für den Standort habe ich mir einen schattigen Ort im Büro ausgewählt. Für einmal gilt, bitte nicht freiwillig füttern, denn ich will ja den Prozess genau beobachten und euch schildern. Da im Büro noch viele weitere Komposter stehen, sind meine Bürokompagnen nicht gross enttäuscht:-). Jetzt geht's also los.

Tag 4: Erste Kontrolle (23. Mai 2017)

Ich halte mal den Finger rein und finde, es braucht etwas Wasser. Ich verspritze ca. 2dl Wasser. – Wenn ich den Deckel anhebe, bewegt sich kurz alles unter der Oberfläche, es schaut gut aus.

Tag 7: Die erste Woche ist vorbei (26. Mai 2017)

Nach einer Woche sind die leicht-abbaubaren Abfälle umgewandelt, es bleibt Karton und zum Beispiel einige Peterli-Stiele. Die Oberfläche ist von den Würmern schön eben geworden. Die zweite Fütterung steht an.

Wir nehmen 350g Bioabfall: Kaffesatz, altgewordene Petersilie, Wassermelonenschalen usw., sowie drei eingeweichte TPK-Rollen. Natürlich wird alles kleingeschnitten.

WormUp HOME Komposter

Das Ganze bekommt noch eine ca. 2dl Wasserdusche mit der Sprühflache. Der Deckel kommt wieder drauf. PS: Die oberen Ringe habe ich nur weggenommen, um bessere Fotos machen zu können. Nach dem Wässern wiegt der Komposter nun 7540gr.

Tag 12 (2. Woche / 31. Mai 2017)

Aus den 7.54 kg von Tag 7 bleiben 5 Tage später noch 7.1 kg. Die Gewichtsabnahme beträgt stolze 440g. Zum Grossteil ist dies Wasser, welches verdunstet ist. Ich nehme die Sprühflasche und versprühe 2dl. Neuer Gewichtsstand 7.3kg.

Tag 14 (2. Woche / 2. Juni 2017)

In den letzten zwei Tagen hat der Komposter wieder 140g an Gewicht verloren. Nun erneutes Füttern von 390g Abfall und 190g eingeweichtem Eierkarton. Neuer Gewichtsstand 7.74 kg.

WormUp HOME Komposter Kompostwürmer Tag 14

Tag 21 (3. Woche / 09. Juni 2017)

460 g Abnahme in den letzten 7 Tagen, der Komposter verdunstet somit um die 70g Wasser pro Tag, das ist etwa ½ Liter die Woche. Ich bin zur Zeit in den Ferien, Nikolai füttert 300g, der neue Stand ist 7.58kg.

Tag 31 (5. Woche / 19. Juni 2017)

Ab nun füttere ich jeweils am Montag. In den letzten 10 Tagen hab ich einmal 3dl Wasser zugegeben. Es ist Ferienhalber nicht viel passiert. Was jetzt zu sehen ist, vor allem bei näherer Betrachtung; die leicht abbaubaren Materialien sind schon weg. Schwerer zu verarbeitendes Material wie Karton, Avocadoschalen oder Blattrippen (hier die Sepalen der Tomaten :-) sind noch da.

Nun kommt neues Futter auf das Gitter drauf, dieses Mal 450g Bioabfall, 3dl Wasser und 90g feuchter Karton, et voilà, sieht auch wunderschön aus.

Tag 38 (6. Woche / 26. Juni)

Vor dem heissen Wochenende hab ich kurz kontrolliert. Es war etwas zu trocken. Deshalb versprühte ich 2dl Wasser. In dieser Jahreszeit, bei der grossen Hitze, kann es aber auch schnell zu feucht werden. Dies weil sich der Abfall rasant abbaut und somit sämtliches Wasser aus den Zellen (vom Bioabfall) im Nu freisetzt. Bei Lufttemperaturen über 30°C ist deshalb Vorsicht geboten. Den Deckel fülle ich dann jeweils zum Kühlen mit Wasser.

Jedenfalls habe ich ja nicht sehr viel Abfall reingegeben vor einer Woche auf das neue Gitter; 450g. Wenn ich jetzt den Deckel öffne sind manche Würmer schon über diesem Gitter, so soll es sein. Die Keimlinge sind von den Melonen, die stören nicht und werden bald auch mitkompostiert.

Die kleinen braunen Dinger sind Milben. Diese gehören zum Prozess. In den ersten Monaten (bis ca. Monat 6 nach Start) kommen Sie manchmal in grösserer Zahl vor. Etwas wunderlich ist, dass die kleinen Tiere gerne an der Aussenseite oder dem Deckel des Komposters «rumlungern». Wir wissen nicht genau weshalb das so ist, interessant zu beobachten jedenfalls. Sie verschwinden mit der Zeit wieder.

Weil die Würmer schon so gefrässig sind, hau ich diese Woche 500g rein. Vom Gemüsehändler erhalte ich alte Petersilie, reichlich Kaffeesatz wie immer, sowie Reste von Bohnen, Teile einer im Kühlschrank angefrorenen Gurke, Maisspindel usw. Und wie oben schon beschrieben, ist bei hohen Temperaturen mehr Vorsicht geboten. Für mich heisst das; der Kompostierungsprozess soll nicht zu schnell gehen. «Ballaststoffe» müssen her. Karton eignet sich da gut. Deshalb kommt 250g feuchter Karton hinzu. Mischen und dann das Ganze noch mit 1.5 dl Wasser besprühen.

Die unterste Arbeitsetage ist nun schon fast bis oben voll. Jetzt bin ich auf nächste Woche gespannt, ob die das wirklich alles weghauen. Den Deckel fülle ich wieder mit Wasser wegen der Hitze.

Tag 45 (7. Woche / 03. Juli 2017)

Jetzt habe ich eine Woche nix gemacht. Die Wasserverdunstung ist nun auch um fast die Hälfte auf 0.3 dl / Tag zurückgegangen. Dafür bin ich immer noch fasziniert vom schnellen Abbau der leicht abbaubaren Materie wie an diesem Zitronenblatt gut zu sehen ist; nach 7 Tagen bleibt nur noch das Gerippe:

Ich bleib bei einer Diät von 500g Bioabfall und 200g eingeweichtem Eierkarton, fülle den Deckel mit Wasser, die nächste Hitzewelle steht an.

Tag 52 (8. Woche / 10. Juli)

Nicht viel Neues für diese Woche. Der Abbau hat gut funktioniert, es bleibst fast nur der Karton übrig und es hat Platz für neues Futter. Ich erhöhe ein bisschen auf 590g bunt gemischtes Futter. – Es scheint mir etwas feucht. Deshalb gebe ich 50g trockenen Karton, gebe aber nichts desto trotz noch 1.5 dl Wasser bei. Feuchtigkeit hilft, grad bei warmen Temperaturen

WormUp Home Komposter Kompostwürmer

Tag 59 (9. Woche / 17. Juli)

Wie immer habe ich natürlich auch letzte Woche alles kleingeschnitten. Trotzdem irgendwie faszinierend zu sehen, dass nur noch ein kleines Stück Schale von der alten Tomate übrig bleibt, von der Banane sehe ich überhaupt nix mehr. Die Sonnenblume wird etwas länger dauern.

WormUp Home Komposter Kompostwürmern Eisenia Ferida

Futter diese Woche: 650g, etwas weniger Karton 30g (trocken) und 1.5 dl Wasser versprüht.

WormUp Home Komposter Kompostwürmer

Tag 66 (10. Woche / 24. Juli)

Diese Woche gibt es nicht viel zu berichten; 700 g Abfälle (Schalen von Gurken und Wassermelonen, Kaffeesatz, Möhrenanaschnitte und Sonstiges), zusammen mit 30 g trockenem Karton (entspricht dem unteren Teil einer 10-er Eierverpackung) das Ganze zum Schluss mit 0.5 dl Wasser besprüht.... schöne Ferien!

Tag 80 (12. Woche / 7. August)

Ungeduldig haben die Würmer an der Oberfläche auf ihr neues Futter nach 2 Wochen Ferien gewartet. Nur schwer abbaubare Abfälle (Aprikosenstein, Maisspindel, Karton, verholzte Gemüseresten) sind noch zu erkennen. Weil die Würmer gefastet haben gibt’s jetzt eine grosse Portion: 800 g Bioabfälle und 30 g trockenen Karton. Danach sprühe ich noch 0.5 dl Wasser.

Tag 87 (13. Woche / 14. August)

Ich staune, dass die Würmer die 800 Gramm fast ganz weggeputzt haben. Ich sehe sogar Wurmkot am 2ten Element, was mir zeigt, dass die Würmer dort oben waren. Waren sie vielleicht sogar schon wieder hungrig? Die Eierschalen von letzter Woche sind noch nicht abgebaut sondern durch die Aktivität der Würmer untergemischt und daher weniger sichtbar.

Folglich gibt es jetzt wieder genau gleich viel wie letzte Woche: 800 g Bioabfall, 30 g trockenen Karton, 50 g Wasser aus der Sprühflasche.

Tag 94 (14. Woche / 21. August)

Die letzten Abfälle waren sehr wasserhaltig und damit wurde das zersetzte Material recht feucht und dicht. Die Würmer schiens zwar nicht zu stören, trotzdem habe ich Mitte der Woche mal die obersten Schichten durchwühlt. Das Lockern bringt Luft hinein, wir möchten schliesslich diejenigen Mikroorganismen fördern, welche Sauerstoff benötigen (genauso wie die Würmer auch).

Fütterung (wie letzte Woche): 800 g Bioabfall, 30 g trockenen Karton, 50 g Wasser aus der Sprühflasche.

Tag 101 (15. Woche / 29. August)

Von den Zuckemelonen bleibt jeweils nur die äusserste Haut übrig, während die Karotten nach einer Woche noch da sind. Fütterung: 600 g Bioabfall, 200 g Kaffesatz, 50 g trockenen Karton, kein zusätzliches Wasser, weil die Kompostmasse noch immer recht feucht ist.

Die Abfälle aus unserem Büro reichen nicht mehr um all unsere laufenden Komposter zu füttern. Daher sammeln wir jetzt Kaffeesatz und Abfälle in unserer Umgebung.

Tag 108 (Woche 16 / 4. September)

Die heutige Portion Saftrückstände sollten die Würmer ganz schnell umsetzen können, das Material ist ganz kleingehäckselt, und besteht vor allem noch aus Fasern, ein Festmahl! Fütterung: 800 g Bioabfall (davon 200 g Kaffesatz), 30 g trockenen Karton, 40 g Wasser aus der Sprühflasche.

Übersicht Futter Wochen 13, 16, 17 und 18: Die Diät der Würmer sollte abwechslungsreich sein. Zu Hause passiert das automatisch, hier im Büro muss ich die Abfälle ein bisschen aussuchen. Kaffesatz ist ab dieser Woche immer dabei.

Tag 115 (Woche 17 / 11. September)

Die Feuchtigkeit im Komposter hat sich wieder stabilisiert. Die Saftreste sind weg, nur ein paar Zucchinienden sind noch unangetastet. Die Würmer bekommen eine grosse Portion Sellerie und Süsskartoffelschalen. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Abfälle nicht ein bisschen schwer zu beissen sind. Da die Schalen eher wenig Wasser enthalten, weiche ich diesen Mal den Karton wieder ein.

Fütterung: 600 g Bioabfälle, 200 g Kaffeesatz, 70 g feuchter Karton und 40 g Wasser aus der Sprühflasche.

Tag 122 (Woche 18 / 18. September)

Der Sellerie keimt erstmal vor sich hin, von Abbau keine Spur. Die Süsskartoffeln sind teilweise abgebaut.

Die Abfälle letzte Woche waren eher trocken, die Würmer haben sich in der Futterschicht evtl. nicht so wohl gefühlt. Dafür ist unten drunter wunderhübscher Wurmhumus. Ich füttere für einmal weniger, damit die Würmer Zeit haben den Sellerie von letzter Woche zu verdauen.

Fütterung: 300 g Bioabfälle, 100 g Kaffeesatz, 40 Eierschalen, 40 g feuchter Karton und 30 g Wasser aus der Sprühflasche. Die Abfälle reichen das erste Mal über den Rand des ersten Arbeitselements raus.

Diese Woche gibt es neben den wasserhaltigen Gurkenschalen zum ersten Mal einen Blumenstrauss (Bild siehe oben bei der Futterübersicht). Die Blumenstängel wirken ähnlich wie Kartonschnipsel, weil sie verholzt sind und einen geringeren Wassergehalt haben. Damit baut sich der Blumenstrauss langsam ab und trägt zum Humusaufbau bei.

Tag 129 (Woche 19 / 25. September)

Die Blätter vom Blumenstrauss sind nur noch Gitter. Gurken uns Tomaten sind gänzlich weg, sowie auch der Sellerie nach 2 Wochen.

Das Futter dieser Woche ist schon ein bisschen angetrocknet. Der Rosenstrauss vor allem. Daher sind 800 Gramm daher recht viel «Substanz» und wenig Wasser. Ich gebe daher mehr Wasser (1 dl) & weiche nur wenig Karton (50 g, feucht) ein. Weil die Stängel die Funktion des Kartons übernehmen.

Der Kohlenstoff ist Energielieferant für die Mikroogranismen (und auch für uns Menschen!) und kann entweder gut abgebaut werden (z.B. Zucker in Früchten; Stärke in Getreide) oder schlecht (Zellulose, Lignin in holzigen Teilen, z.B. Avocadoschalen, Karton, Stängel von Blumensträussen). Ausserdem braucht es für den Abbau Stickstoff (Stichwort C/N-Verhältnis) und Wasser.

Wird der Kohlenstoff vollständig abgebaut, also aufgebraucht, dann entweicht er als CO2 und es bleibt kein Humus übrig. Es braucht deshalb eine gute Balance verschiedener Futterquellen, denn wir wollen ja unsere Abfälle "verschwinden lassen", aber eben doch nicht ganz, denn wir wollen ja Wurmhumus ernten!

Tag 136 (Woche 20 / 2. Oktober)

Ich habe Lust, dass es vorwärts geht, aber leider ist es noch zu früh für das zweite Gitter!

Dieses Mal gibt es leichte Kost: Gurken, Tomaten und Peperoni. Futter: 30 g trockenen Karton und 800 g, davon 200 g Kaffeesatz. Am Ende sprühe ich ca. 1 dl Wasser über das Ganze, obwohl es eher feucht ist.

Tag 150 (21. Woche / 9. Oktober)

Die Würmer haben sich im Wurzelballen so richtig eingenistet und die restlichen Abfälle bis auf ein paar Sellerieblätter und Avocadoschalen in krümeligen Humus verwandelt, den ich an der Oberfläche sehe. Ich nehme daher an, dass die Würmer schon wieder hungrig sind und diesesmal gibt es daher 1 kg Abfälle (davon 200 g Kaffeesatz). Weil Kürbisschalen sich eher holzig anfühlen gebe ich dieses Mal wenig feuchten Karton (85 g) dazu und 30 g Wasser.

Nach zwei Tagen fühle ich, dass die Kürbisse ein bisschen Wärme abgeben, die Temperatur ist von den normalerweise ca. 20° C auf ca. 25° C gestiegen. Alles im Grünen Bereich also.

Fortsetzung folgt...

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